Aktuelles 07.03.2022

Kommunalpolitik unter Betracht einer angespannten Weltlage

Angesichts der schrecklichen Bilder, welche aus der Ukraine zu uns dringen, stand auch der BMU-Treff am vergangenen Mittwoch, den 02. März unter besonderem Licht. Niemand hatte damit gerechnet, in der halbstündigen tagesaktuellen Aussprache wieder über einen Krieg auf europäischem Boden sprechen zu müssen. Putin führt einen schrecklichen Krieg und tritt unsere Werte und die Rechte der ukrainischen Bürger*innen mit Füßen. Der Krieg muss enden. Um Innezuhalten, schalteten die Teilnehmenden des digitalen BMU-Treffs um Punkt 20 Uhr das Licht aus und schwiegen eine Minute. Damit soll auch ein Zeichen gegen die energiepolitische Abhängigkeit von Diktaturen gesetzt werden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird künftig auch stärker forciert werden müssen, um die Freiheit Europas zu schützen.

Blick auf die St. Hippolyt-Kirche in Ottmarsheim
© Marion Stieger

Trotz des großen Bedarfs der Aussprache und der spürbaren Fassungslosigkeit, wollte man auch über die kommunalpolitischen Themen sprechen. So berichteten die Vertreter des Gemeinderats von der Begehung der Ottmarsheimer Ortsmitte. Einer Einladung der Landfrauen folgten umfassende Gespräche und ein ausgiebiges Brainstorming. „Das Areal rund um das Rathaus in Ottmarsheim hat großes Potential zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs zu werden, der bisher in Ottmarsheim fehlt“, fasst Lena Ebert die Bestrebungen zusammen. Die Stadtverwaltung prüft im Folgenden, inwieweit das Gelände attraktiv umgestaltet werden kann. Im Gespräch ist dabei die verstärkte Pflege der Grünflächen um die dortigen Bäume, die Aufstellung von weiteren Bänken, ein Anstrich des Waaghäusles und der Prüfung, inwieweit die dortige Küche für Vereine verwendet sowie das WC öffentlich bereitgestellt werden kann. Die Umgestaltung des Ottmarsheimer Rathauses mitsamt der Schaffung einer größeren Kinderbücherei sieht das BMU als ersten Schritt zu einer erfolgreichen Reaktivierung des Dorfplatzes.

Enttäuschung verbreitete sich aufgrund der Tatsache, dass die Sanierung des alten Schulhauses in der Besigheimer Turmstraße nun doch bedeutend teurer wird. „Das ist aufgrund der sowieso angespannten Haushaltslage, ein bitteres Erwachen“, so Benjamin Tempel. Die anfänglichen Schätzungen eines Gutachtens scheinen stark von den realen Bedingungen abzuweichen. Nun stellte sich heraus, dass der Bau aus heutiger Sicht vor größeren Problemen beim Brandschutz steht. Das Schulhaus, in dem die Primarstufe der Friedrich-Schelling-Schule untergebracht ist, soll durch die Sanierung auf den neusten Stand bei Brandschutz und Barrierefreiheit gebracht und räumlich erweitert werden.

Abschließend konnten BMU-Koordinatorin Sabine Weiler und Stadtrat Thomas Pulli von Fortschritten beim Ausbau des Nahverkehrs berichten. In einem Gespräch mit der Stadtverwaltung konnte dargelegt werden, dass ein Lückenschluss im Busverkehr nach Ingersheim und zum Bietigheimer Kronenzentrum unbedingt anzustreben ist. „Es wäre durchaus zeitgemäß, dass zumindest alle angrenzenden Orte auch direkt mit dem Bus erreicht werden können“, so Pulli. Momentan müssen Fahrgäste, die von der Wartturmssiedlung nach Ingersheim fahren möchten, einen langen Umweg über die Frankenbahn nach Bietigheim auf sich nehmen. Außerdem schlägt das BMU vor, eine zusätzliche Busverbindung vom Besigheimer Bahnhof zum Bietigheimer Kronenzentrum zu etablieren. „So könne auch ein barrierefreies Angebot in die Innenstadt Bietigheims geschaffen werden“, so Weiler. Künftig möchte sich die Stadt dafür einsetzen, bei den kommenden Verhandlungen zur Ausweitung des Nahverkehrsplans diese Verbindung zu prüfen. Langfristig sollen Lücken geschlossen und der Bus zu einem verlässlichen Verkehrsträger werden.

Das BMU möchte herzlich zur Friedensdemo unter dem Motto „Stand with Ukraine – stop the war“ am Montag (07. März) um 18 Uhr auf dem Kelterplatz einladen. Ein breites Bündnis aus Parteien, Vereinen und Kirchen ruft alle Bürger*innen zur Teilnahme auf. Der Krieg muss enden!

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