Aktuelles08.12.2022

BMU sieht Potenzial für zentrumsnahe Nachverdichtung

Im Rahmen des letzten BMU-Treffs des Kalenderjahres am vergangenen Montag (05. Dezember) wurde neben aktuellen Themen der Gemeinderats-Tagesordnung der Blick nach vorne gerichtet.

Schon seit vielen Jahren wird in Besigheim über die Errichtung eines Aufzugs auf Seiten der nordöstlichen Stadtmauer gestritten. Dieser könnte die Kirchstraße auf barrierefreie Weise mit den Parkplätzen und Verbindungswegen Auf dem Kies verbinden. BMU-Fraktionschef Helmut Fischer betont: "Uns geht es mit der Idee des Aufzugs nicht unbedingt um den Tourismus. Es ergeben sich viel mehr spannende Perspektiven für die Innenstadtentwicklung." Möglicherweise könnte durch eine attraktive und barrierearme Verbindung über eine weiter gehende Verkehrsberuhigung in der Altstadt nachgedacht werden. Außerdem ist mit Hinblick einer alternden Gesellschaft die Lebensqualität für alle Generationen in der Innenstadt langfristig zu sichern. Dennoch bleibt die Debatte im BMU kontrovers. So erklärt Stadtrat Dr. Herbert Tröster etwa, dass für ihn "jetzt erstmal die Wärmewende vorgeht". Projekte wie der Aufzug können erst angegangen werden, wenn die Stadt ihre Pflichtaufgaben bei Klimaschutz und Daseinsvorsorge zufrieden stellend erfüllt hat.

Klar spricht sich das BMU dafür aus, Bemühungen der Stadtentwicklung auf dem Gelände zwischen Neckardamm und Stadtmauer zu intensivieren. Studierende der Hochschule Esslingen legten dem Gemeinderat jüngst eine Ideensammlung über die Potenziale des Neckarufers vor. So wurden frische Gedanken in die Debatte gebracht. Ufergestaltung und Parkähnliche Anlagen werden auf sich warten lassen. Auf großes Interesse stieß beim BMU allerdings der Vorstoß, aus der Robert-Bosch-Straße eine blühende Allee zu machen.

Langfristig könnte sich das Bild des Industriegebiets am Stadtrand stark ändern. Einige Flächen stehen bereits leer und sollten umgenutzt werden. Solche Filetstücke in bester Lage müssen modern gestaltet werden: Effiziente Platznutzung anstatt Parkwüsten, Mischung von Arbeit und Wohnen sowie weiträumige Grünflächen zum Verweilen und Durchatmen.

Weiterhin bleibt die Wohnungsnot in der gesamten Region eine zentrale Baustelle. Dabei stehen viele Wohneinheiten und Gebäude im Bestand vollkommen leer. Die Stadt Besigheim hat nun geprüft, wie viel Leerstand es in der Stadt gibt und möchte mit einem Schreiben auf die betreffenden Eigentümer der rund 80 Immobilien zugehen. "Wir reden vom Potenzial eines mittelgroßen Neubaugebiets", betont Daniel Christen. Für das BMU steht die Innenentwicklung eindeutig vor der Erschließung neuer Gebiete. Getreu dem Motto: Belebte Quartiere anstatt ferne Trabantensiedlungen. Die Stadtverwaltung muss sich ihrer Verantwortung als Eigentümerin gleich mehrerer leerstehender Wohngebäude im gesamten Stadtgebiet annehmen und diese schnell für eine Verwendung am Wohnungsmarkt bereitstellen. "Die Rolle der Kommune ist essenziell. So kann sie Mittler zwischen Eigentümern und Mietern sein und so für Vertrauen und Sicherheit sorgen", stellt Maike Ahlgrimm fest und begrüßt die ersten Schritte der Verwaltung.

Kritisch sehen die BMU-Fraktionsmitglieder die Entwurfsplanung für das Heizungs- und Wärmeerzeugungskonzept für das Bauvorhaben der neuen Kindertagesstätte im Friedrich-Schelling-Weg an. Hier müsse das nach heutigen Erkenntnissen maximal Mögliche für den Klimaschutz getan werden. Dies gelte auch für alle kommenden Neubauvorhaben und man hoffe in der anstehenden Gemeinderatsberatung mit den Fachplanern ein akzeptables Ergebnis zu erzielen. Es gehe nicht nur um die Minimierung des CO2-Ausstoßes, sondern bei den zu erwartenden steigenden Energiepreisen rechne sich dies auch wirtschaftlich. Der KfW-40-Standard müsse hier der Richtwert sein. In Kirchheim - so Stadtrat Hansjörg Kollar - habe er ein 400 Jahre altes Haus so effizient renoviert, dass es diesem Standard entspreche. Wenn dies bei einem Altbau möglich sei, dann könne das Erreichen eines solchen Ziels bei einer Neubaumaßnahme kein Problem sein, so Kollar abschließend.

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