Petition stellt sich gegen weiteren Brückenbau

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Der Arbeitskreis Stadtentwicklung des Bündnis Mensch und Umwelt BMU Besigheim zeigte sich überrascht, als in der Bürgerinformation der Stadtverwaltung Besigheim vor einigen Tagen vom Bau einer weiteren Fuß- und Radbrücke berichtet wurde. Zwar fällt beim genauen Lesen auf, dass das Projekt noch nicht beschlossen ist. „Dennoch überrascht uns, dass die Verwaltung wohl schon von einer sicheren Realisierung ausgeht. Obwohl über das Projekt bisher von keiner demokratischen Instanz abgestimmt wurde“, betont Marvin Palatini. Geplant ist eine Fuß- und Radbrücke im Bereich des Nordparks auf Höhe des Radsportheims über die Enz. Bereits im September 2020 hat der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie zum Projekt in Auftrag gegeben, welche von der BMU-Fraktion abgelehnt wurde. Diese Studie allein verschlingt schon Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich.

Dem Argument, dass die Studie für die Entscheidungsfindung des Gremiums notwendig sei, widerspricht die BMU-Basis. Florian Nägele, Sprecher des BMU-Arbeitskreises Stadtentwicklung: „In diesem Fall ist es egal, wie die Brücke aussieht und wie teuer sie endgültig wird, da sie schlichtweg unnötig ist.“ Aus dem Haushaltsplan der Stadt Besigheim geht hervor, dass für den Bau in den kommenden Jahren Mittel von mindestens drei Millionen Euro vorgesehen sind. Einen Teil dessen soll durch Fördermittel des Landes gedeckt werden, welche ebenso aus Steuermitteln akquiriert werden.

„In einer Pandemiesituation, die wirtschaftliche Existenzen bedroht und das Steuervolumen sinken lässt, können wir nicht ernsthaft über Prestigebauten reden, wenn noch nicht einmal die notwendigen Schulsanierungen finanziert sind.“

Lena Ebert

Zumal die Brücke ihrem angedachten Zweck nicht gerecht wird. Der Fußweg zwischen Innenstadt und Bahnhof wird nicht wesentlich kürzer. Touristen werden sich ärgern, da das Bauwerk eines der schönsten Fotomotive durchquert. Geschütze Arten, darunter Eisvögel würden von ihren Nistplätzen vertrieben. Außerdem wäre die Brücke für den Radverkehr vollkommen unbedeutend. Mit dem Bau der vierten Brücke auf einer Strecke von unter 500 Metern, würden in Besigheim mehr Fluss-Überquerungen bestehen als auf dem Gebiet der gesamten Kölner Innenstadt. Köln hat im Vergleich über eine Million Einwohner und verzeichnet weit über 6 Millionen Hotelübernachtungen jährlich.

„Zusammenfassend stehen wir also vor der Entscheidung, mehrere Millionen Euro für ein unsinniges Projekt auszugeben. Dies wäre zutiefst zynisch und das Zeichen einer massiven Entfremdung zwischen Stadtpolitik und den Bürger*innen.“

Daniel Christen

„Wir möchten zeigen, dass dieses Projekt an den Wünschen der Bürger*innen vorbeigeht“, so Marion Stieger. Aus diesem Grund startete die BMU-Basis eine Online-Petition und ruft im Folgenden zur Unterstützung dieser auf. Ziel ist es, den Gemeinderat auf die Meinungen der Bürger*innen Besigheims aufmerksam zu machen. Dabei ist man sich sicher, dass die Mehrheit der Bürger*innen keinen Mehrwert in einer weiteren Brücke sieht.

Das Team hinter der Petition erreichen Sie unter der Mailadresse keinebruecke@bmu-besigheim.de
Verantwortlich ist der Arbeitskreis Stadtentwicklung innerhalb des BMU Besigheim: Florian Nägele, Lena Ebert, Daniel Christen, Marion Stieger, Marvin Palatini, Verena Sing

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