Verkehrsprobleme in der Bahnhofstraße nachhaltig lösen

Arbeitskreis Stadtentwicklung erarbeitet alternative Konzepte

Der Arbeitskreis Stadtentwicklung traf sich im Rahmen der BMU-Basisarbeit zu einer Videokonferenz, um die „Reaktivierung der Auffahrt Weinstraße“ zu diskutieren. Die Auffahrt der Weinstraße zur L1115/Löchgauer Straße, die zur Zeit nur für den Rad- und Fußverkehr freigegeben ist, soll laut einer dem Gemeinderat vorliegenden Machbarkeitsstudie bezüglich einer Reaktivierung für den PKW-Verkehr geprüft werden. Ziel sei es, die zur Rushhour auftretenden Stauprobleme auf der Bahnhofstraße in den Griff zu bekommen.  Die Mitglieder des Arbeitskreises sprachen sich aus verschiedensten Argumentationen heraus mehrheitlich gegen diese Maßnahme aus. Die Argumente lassen sich in einem daraufhin erarbeiteten Impulspapier des Arbeitskreises Stadtentwicklung nachlesen.

Die zentrale Argumentation des Papiers zielt darauf ab, dass die Reaktivierung der Auffahrt Weinstraße/Löchgauer Straße nicht in angemessener Weise zur Lösung des Verkehrsproblems beiträgt. Der Arbeitskreis vertritt die Meinung, dass die angesprochene Stausituation vor allem durch Linksabbiegende in Richtung Bundesstraße ausgelöst wird. Durch die Grünpfeil-Regelung an dieser Kreuzung kann der Autoverkehr in Richtung Löchgau bereits angemessen schnell abfließen. Eine Reaktivierung der Auffahrt Weinstraße sei somit nicht zielführend. Erschwerend zu dieser Verkehrssituation komme hinzu, dass zu Stoßzeiten vermehrt Pendelnde die Hauptstraße durch die Innenstadt sowie die Bügelestorstraße als Umfahrung zur B27 nutzen. Diese Mehrbelastung tritt an der Einmündung auf die Bahnhofstraße als Stau auf. Die Auffahrt Weinstraße ändert an dieser Situation nichts. Schlimmer noch: Aus Sicht des Arbeitskreises würde durch die Reaktivierung der Auffahrt Weinstraße zudem hochgefährliche Schnittpunkte zwischen Rad- und Autoverkehr entstehen. Mit dem Blick nach links auf den Verkehr achtend, sei die Situation für Autofahrer*innen für alles was von rechts kommt zukünftig extrem schwierig zu überblicken. Der Vorschlag stellt also eine Schwächung der Interessen von Radfahrer*innen und somit vor allem von Kindern auf ihrem Schulweg dar.

Die Reaktivierung der Weinstraße wäre aus Sicht des Arbeitskreises eine reine Symptombekämpfung, helfe aber nicht bei der Ursache. Die grundsätzlichen Probleme lägen eigentlich viel tiefer. Neben Lärmemissionen für die Anwohner*innen und einer verminderten Lebensqualität in Besigheim zulasten der Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sei auch ein Problem für die Verkehrsanbindung der Busse an den ÖPNV auf der Schiene zu erkennen, da die Busse ebenfalls aus Richtung der Altstadt im Stau stehen.

„Die Antwort liege eher in einer langfristigen und weiteren zu betrachtenden Lösung.“

Florian Nägele | Sprecher des AK Stadtentwicklung

Grundsätzlich ist für das BMU klar, dass die Verkehrsprobleme an den genannten Stellen auf das zu hohe Aufkommen von automobilem Individualverkehr zurückzuführen sind. In Wohnquartieren ist langfristig das Ziel, eine Reduktion von Autoverkehr zu erreichen. Zur konkreten Verbesserungen der akuten Situation schlägt der Arbeitskreis in seinem Impulspapier Maßnahmen vor, die dieses Ziel langfristig erreichen sollen. Marion Stieger wäre es wichtig, hierbei den neu geschaffenen Parkraum EnzParkaus zu fokussieren und im Gegenzug den Parkraum in Bahnhofsnähe bevorzugt älteren und/oder mobilitätseingeschränkten Personen zu überlassen. Mit dem Impulspapier möchte die BMU Basis Anregungen schaffen, das Verkehrsproblem über eine vorschnelle Symptombekämpfung hinaus anzugehen.

„Eine Möglichkeit wäre es, dass alle Mitbürger*innen, welchen dies möglich ist, das neue EnzParkhaus nutzen. Jeder PKW, der dort parkt, stellt eine Entlastung für die Anwohner*innen im Quartier um den Bahnhof dar.“

Marion Stieger | AK Stadtentwicklung

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