Scharfe Kritik am FSS-Schulbau-Wettbewerb

Wir möchten an dieser Stelle auf die fundierte und kritische Ausarbeitung der Ludwigsklima-Gruppe Besigheim bezüglich des Schulneubaus hinweisen.

Das Besigheimer Bündnis Mensch und Umwelt (BMU) kam dieser Tage zur monatlichen Sitzung zusammen. Die Koordinatoren Sabine Weiler und Marvin Palatini konnten trotz der derzeitigen Situation zweistellige Teilnehmerzahlen vermerken, wobei den Corona-Auflagen noch entsprochen werden konnte.

Nach einem Bericht über die Jahreshauptversammlung sowie einem kurzen Vortrag über den Bund der Bürgerinitiativen mittlerer Neckar e.V. (BBMN) wurde  einstimmig entschieden, diese Initiative auch im kommenden Jahr zu unterstützen. Im Anschluss berichtete Daniel Christen, Sprecher des Arbeitskreises Klima und Naturschutz über den Ablauf der Aktion am Sonntag den 08.11., bei der gemeinsam mit dem Kirchenbezirk Besigheim und der Seebrücke Kirchheim und Besigheim auf die verheerende Situation in Flüchtlingslagern aufmerksam gemacht werden soll. Auf dem Marktplatz in Besigheim soll anhand eines aufgebauten Zeltes die Situation veranschaulicht werden. Darin werden Passanten eingeladen auf eine möglichst unkomplizierte Art und Weise und in nur wenigen Minuten Zeit sich mit der Lage einmal näher auseinanderzusetzen. Bei der Aktion wird Lukas Geisler, welcher selbst auf Lesbos als Helfer unterstützte (wir berichteten), von den Zuständen vor Ort und Möglichkeiten zu unterstützen erzählen können. Die Aktion werde im Freien und gesundheitlich unbedenklich gemäß der Corona Verordnungen stattfinden.

Anschließend wurde das Wort an Stadtrat Thomas Pulli gegeben, welcher aus der letzten Gemeinderatssitzung berichtete. Dabei sorgte vor allem der Bericht über das Thema des Neubaus der Friedrich-Schelling-Schule für regelrechtes Entsetzen. Hintergrund: Im vergangen Jahr sei auch vom BMU dafür gekämpft worden, den Schulneubau entsprechend den Ansprüchen aller Beteiligten, also auch Lehrer, Schüler und Eltern, aber auch möglichst umweltschonend betrachtet, umgesetzt zu bekommen. Es konnte deshalb von den Anwesenden nicht nachvollzogen werden, wie die Entscheidung des Preisgerichts auf ein Konzept ohne Berücksichtigung von nachhaltigem Bauen oder pädagogischen Konzepten fallen konnte. Weshalb andere Angebote zur finalen Abstimmung gar nicht mehr zur Auswahl standen, blieb letztlich offen.

Christen fand dazu klare Worte: „Es ist doch ein Skandal, dass bei einem heutigen Neubau der Klimaschutz eine so untergeordnete Rolle spielt.“ Dieser Bau werde von den eigenen Kindern und Kindeskindern noch lange ausgehalten werden müssen. Lena Ebert, Sprecherin des Arbeitskreises Soziales, welche sich ebenfalls stark eingebracht hatte, hinterfragte unter anderem die gesetzliche Vorbildfunktion zu solchen Themen von Seiten der Stadt. Es sei total frustrierend zu sehen, dass am Ende aller Initiativen ein Gebäude ohne pädagogische Konzepte und aus Beton gewinnt – der dazu auch noch teurer war. „Jüngsten Schätzungen zufolge verursacht die Zementherstellung acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen“ brachte Dr. Benjamin Tempel ein. Dabei wurde vor allem auf Ausarbeitungen von Fakten der freien Architektin Ulrike Engelhard hingewiesen, die auch auf der Homepage des BMU nachzulesen sind. Die geladene Stimmung mündete in der einstimmigen Begründung eines Zirkels, welcher sich mit diesem Thema und Möglichkeiten der Einflussnahme befassen soll.

Die rege Diskussion wurde fortgesetzt, als über die Abstimmung einer Machbarkeitsstudie für eine weitere Brücke über die Enz berichtet wurde. Dies sei von der BMU-Fraktion geschlossen abgelehnt worden – jedoch war die Mehrheit der Gemeinderäte anderer Meinung. Die Stadtverwaltung plane diese Brücke auf Höhe der BASF. Die Brücke sei noch nicht genehmigt. Aber allein die Kosten für solch eine Machbarkeitsstudie seien bereits nicht gering. Die Grundmeinung aller Anwesenden mündete in kritischen Äußerungen zu dem Projekt „Enzpark“ und vor allem deren immer weiter steigenden Kosten.

Koordinator Marvin Palatini meldete die Aufnahme des Themas im Arbeitskreis Stadtentwicklung. „Ich vermisse das Verantwortungsgefühl der Entscheidungsträger. Erneut wird weder mit einem angebrachten Sparplan agiert noch mit Zurückhaltung reagiert – dafür wird der Kurs in Richtung einer jahrzehntelangen Verschuldung fortgesetzt und scheinbar blind gefolgt.“

Auf Grund der intensiven Diskussionen konnte die Sitzung nicht alle Tagesordnungspunkte abhandeln. Als Koordinatorin Weiler die Sitzung beendete, verkündete Fraktionsvorsitzender Helmut Fischer zum Abschluss noch einen Erfolg in Sachen Stelenpfad auf dem alten Friedhof. Durch eine großzügige Spende der WIR-Fraktion scheint nun zum Abschluss aller Bemühungen der Erhalt der Stelen gesichert zu sein. Dies wurde begeistert und dankend von den Anwesenden aufgenommen! Sehr erfreulich sei, dass das gewünschte Ergebnis eingetroffen und das vielfältige Engagement somit belohnt wurde!

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