Corona hält den Klimawandel nicht auf – Im BMU funktioniert die Basisarbeit nun aus dem Homeoffice

Eine Pressemitteilung des Arbeitskreises für Klima und Naturschutz

Durch eine zentrale Heizanlage könnten alle städtischen Liegenschaften in Ufernähe mit Wärme versorgt werden. Eigene Grafik/Kartenmaterial OpenStreetMaps.

„Dass die Basisarbeit trotz der widrigen Umstände per E-Mail, Telefon und Videokonferenz möglich war, macht einen schon besonders stolz.“

Daniel Christen, BMU Besigheim

Trotz des derzeit sehr eingeschränkten Alltags lässt sich die Basis des Bündnis Mensch und Umwelt in Besigheim nicht von ihrem Engagement in der Kommunalpolitik abhalten. Der seit der BMU-Klausurtagung im Januar aktive Arbeitskreis für Klima und Naturschutz hat es trotz der aktuellen Lage nun geschafft, ein Positionspapier zur anstehenden Sanierung der Heiztechnik im Schulzentrum Auf dem Kies fertigzustellen. Dazu wurden Vorlagen der Stadtverwaltung, der städtische Energiebericht und Unterlagen anderer Projekte eingesehen, Experten gehört und die Ergebnisse zusammengefasst. Das entstandene dreiseitige Papier soll den Stadträt*innen bei der Entscheidungsfindung helfen und soll als Dienstleistung für die Entscheidungsträger verstanden werden. „Dass die Basisarbeit trotz der widrigen Umstände per E-Mail, Telefon und Videokonferenz möglich war, macht einen schon besonders stolz“, stellt Sprecher Daniel Christen fest.

Auch wenn die Luftverschmutzung auf Grund unserer wirtschaftlichen Inaktivität im Moment weniger zu werden vermag, so dürfen die Ziele der Nachhaltigkeit dennoch nicht aus den Augen verloren werden. „Anders als bei der Corona-Krise sind bei der Klima-Krise schon lange wirksame Medikamente entwickelt […], jedoch handeln die Staaten nicht entschlossen genug, obwohl die Folgen im Gegensatz zu den aktuellen Maßnahmen bedeutend weniger einschneidend wären“1, so Volker Quaschning, Professor für Erneuerbare Energien an der HTW Berlin. Die Entschlossenheit, mit der die Demokratie bedeutende Probleme angehen kann, muss auch in der Klimakrise an den Tag gelegt werden. Dies gilt auch für lokalpolitische Entscheidungen. Das nun vorliegende Papier zeigt, dass zukunftssicher(nd)e Lösungen langfristig auch die mit den am sichersten kalkulierbaren Kosten sind.

„Momentan ist das Schulzentrum mit Abstand die größte Dreckschleuder der Stadt Besigheim.“

Dr. Benjamin Tempel, BMU Besigheim

Dabei sind Entscheidungen sowieso nicht mehr aus rein ökonomischem Interesse zu treffen. Von der Leyens europäischer Green Deal schreibt entschlossen vor, dass Klima und Gesundheit immer am Tische zu sitzen haben.2 Diese Devise muss auch auf lokaler Ebene das Maß der Dinge sein.

In Besigheim ist durch den Defekt eines Gaskessels die Heizanlage des Schulzentrums (Gymnasium, Realschule, Neckarhalle) sanierungsbedürftig. Das Papier des Arbeitskreises für Klima und Naturschutz schlägt dabei verschiedene Lösungen vor. Empfohlen wird dabei, alle städtischen Liegenschaften in Nähe des Neckarufers durch eine zentrale CO2-neutrale Heizanlage mit Wärme zu versorgen. Dies könnte durch die Verbrennung von Holzhackschnitzeln oder aber einer Wärmepumpe, die das Grundwasser in Neckarnähe, welches ganzjährig hohe Temperaturen aufweist, als Wärmequelle nutzt, geschehen. Beide Varianten sind mit hohen Installationskosten verbunden, jedoch weisen sie kaum laufende Kosten auf, da der Energieträger nahezu kostenlos zur Verfügung steht und keine CO2-Abgabe zu entledigen ist. Die Investitionen subventioniert der Bund derzeit mit bis zu 45 Prozent der Kosten.

Das Standpunkt-Papier des AK Klima und Naturschutz
kann hier vollständig eingesehen werden:

„Momentan ist das Schulzentrum mit Abstand die größte Dreckschleuder der Stadt Besigheim“, sagt Dr. Benjamin Tempel nach den Recherchen. Der Energieverbrauch und somit die Schadstoffemission sind aufgrund der veralteten Technik immens, was aus dem städtischen Energiebericht3 hervorgeht. Es ist die Verantwortung der Kommunalpolitik nun nachhaltig sichere Entscheidungen zu treffen. Klimaschutz beginnt vor der eigenen Haustür. Und ein Vorzeigeprojekt der Energiewende bringt den Bürger*innen auf lange Sicht weitaus mehr Vorteile als touristische Prestige-Ideen. Die Basisarbeit ist gelegt.


Weiterführend:
1 Volker Quaschning auf YouTube vom 21.03.2020 (https://www.youtube.com/watch?v=6V-C5q4VxEI&list=LL18bCp31IKhVqo5szQhnplQ&index=3&t=0s), ab Minute 11
2 Ursula von der Leyen in der ZEIT vom 08. April 2020 (https://www.zeit.de/2020/16/ursula-von-der-leyen-corona-krise-globalisierung-europapolitik)
3 Energiebericht Besigheim 2018 des ISUF Instituts (https://sessionnet.besigheim.de/bi/getfile.php?id=21593&type=do)


Anregungen und Kontakt: daniel.christen@bmu-besigheim.de

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